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Presse Information: Letzte Rettung fürs kaputte Kreuzband

Presse Information: Letzte Rettung fürs kaputte Kreuzband

Letzte Rettung fürs kaputte Kreuzband

Als erstes österreichisches Spital setzt das Evangelische Krankenhaus-Wien Allograft-Links-Spendersehnen ein

 

(Wien, Krems/23.4.2015) Ein Kreuzband kann im Laufe des Lebens mehrmals reißen. Patienten, deren Bänder bereits früher mit eigenen Sehnen rekonstruiert wurden, können dann mangels ausreichendem Sehnenmaterial oft nicht mehr operiert werden. Das gleiche gilt bei schwersten Knieverletzungen wie etwa Luxationen: Hier werden für eine komplette Versorgung 3 bis 4 körpereigene Sehnen benötigt, die manchmal nicht mehr zur Verfügung stehen.

Die Folge: Schmerzen, unsicherer Gang und weitgehender Verzicht auf sportliche Aktivitäten. Zudem steigt das Risiko für eine Gelenksprothese, da sich der Knorpel ohne ausreichende Abstützung durch die Kreuzbänder rascher abnützt.

Diesen Patienten sowie jenen, die die nötige Entnahme einer gesunden, körpereigenen Sehne grundsätzlich ablehnen, steht nun auch in Österreich eine sehr gute Alternative zur Verfügung:

Spendergewebe als bewährte Alternative

Seit kurzem werden in der orthopädischen Abteilung am Evangelischen Krankenhaus Wien bei Bedarf speziell aufbereitete Allografts-Spendersehnen („graft-links“) als letzte Rettung bei ansonsten inoperablen, schweren Kreuzbandverletzungen eingesetzt. „Diese werden davor in einer Gewebebank gereinigt und sterilisiert und mit speziellen Befestigungen so verfeinert, dass sie unter Bewahrung ihrer vollen mechanischen Eigenschaften unmittelbar am Gelenk einsetzbar sind,“ erklärt Prim. Doz. Dr. Thomas Müllner, Vorstand der Abteilung für Orthopädie und Traumatologie.

In den USA, wo diese Technik schon weiter verbreitet ist, wurden bereits über 900.000 Allograft-Sehnen aller Art transplantiert.

Seit kurzem werden die Allograft-Sehnen bereits „ready to implant“ von der gemeinnützigen Gewebebank AlloTiss in Krems bereitgestellt. AlloTiss und Dr. Karl Kaudela als verantwortliche Person sorgen dafür, dass die besten und sichersten Technologien zur Anwendung kommen. Die Allograft-Sehnen sind genauso steril und sicher wie künstliche Hüft- oder Kniegelenke. Dr. Karl Kaudela: „Abgesehen von der Patientensicherheit ist es AlloTiss ein besonderes Anliegen, jenen verstorbenen Menschen, die durch ihre Gewebespende einen unersetzlichen Beitrag für ihre Mitmenschen zu deren Genesung und Wiederherstellung nach Unfällen und Verletzungen leisten, mit Respekt und Wertschätzung zu begegnen. AlloTiss hat sich aus diesem Grund zur Gemeinnützigkeit verpflichtet.“

Patientenvorteile:

Beim betroffenen Patienten braucht keine eigene Sehne entnommen werden, wodurch die Komplikationsgefahr reduziert ist. Die Operationszeit ist kürzer, da die Entnahme der eigenen Sehne entfällt. Prim. Müllner: „Für den Patienten ist der Eingriff daher schonender und mit weniger postoperativen Schmerzen verbunden.“ Da Allograft-Sehnen keine Organe sind, gibt es auch keine Abstoßungsreaktionen, bzw. wurde eine solche in der Literatur bislang nicht beschrieben. „Vergleicht man das Kreuzband eines fremden Spenders mit dem körpereigenen Transplantat, so sind Zeitpunkt der vollen Belastbarkeit, spätere Kniefunktion und Patientenzufriedenheit laut den meisten Studien*) gleich gut“, erklärt Prim. Müllner, Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie.

Grenzen der neuen Technik:

Einige der Vergleichsstudien zeigten, dass eine Kreuzbandplastik mit körpereigenen Sehnen speziell bei Kindern und Jugendlichen ein leicht besseres Langzeitergebnis in punkto Stabilität erbrachte als die Versorgung mit der Sehne eines fremden Spenders.

„Wer ein durch wiederholte Bänderrisse vorgeschädigtes Knie hat, dem sackt oft schon beim Gehen oder Stiegen steigen das Bein weg. Allograft-Sehnen sind daher die letzte Rettung der Kniestabilität für Menschen im reiferen Alter, bzw. für den normalen Freizeitsportler, der sich primär auf Wandern, Walken oder Radfahren konzentriert“, umreißt Prim. Müllner die Einsatzgebiete.

Der Einsatz dieser Technologien und Möglichkeiten wird zur Zeit vor allem noch dadurch limitiert, dass in Österreich die Gewebespende Jahrzehnte lang tabuisiert wurde. „Humane Organe und Gewebe sind praktisch durch nichts ersetzbar und leisten einen sehr großen und wesentlichen Beitrag für die Gesundheit und Lebensqualität von vielen Menschen. Das erfüllt die Gewebe- und Organspende mit Sinn und ist ein Akt von Menschlichkeit: Man hilft anderen Menschen zu deren Genesung“, betont Dr. Karl Kaudela.

Kosten:

Das Evangelische Krankenhaus, ein Privatspital mit gemeinnützigem Auftrag, und die hauseigenen Orthopäden haben beschlossen, dass den Patienten die Spendersehne nicht mehr kosten wird als die Transplantation körpereigenen Gewebes. Zusatzversicherte brauchen für die Spendersehnen keinen Aufpreis zahlen. Für Patienten der allgemeinen Gebührenklasse sind die Kosten der Kreuzbandsanierung gleich (egal, ob eigene Sehne oder Spendersehne).

Grafik Knie: Grösel, Portrait Prim. Doz. Dr. Thomas Müllner: EKH-Wien/C. Richter

*) u.a.: H. B. Ellis, M.D., Lauren M. Matheny, B.A., Karen K. Briggs, M.P.H., Andrew T. Pennock, M.D., Richard Steadman, M.D.: Outcomes nd Revision Rate after Bone-Patellar Tendon-Bone Allograft versus Autograft Anteroir Cruciate Ligament, Arthroscopy 2012

Kraeutler et. al.: BPTB autograft versus allograft in outcome off ACL reconstruction, AJSM, April 2013

 

Aussender:

ConsuMED – Marketing & Public Relations, Mag. Karin Hönig-Robier,

T: 01/470 25 26, M: 0664/2125394 E-Mail: k.hoenig@consumed.at