Rufen Sie uns an: 01 / 470 25 26 oder 0664 / 212 53 94

Presse Information: Speiseröhrenkrebs könnte - fast - Vergangenheit sein

Presse Information: Speiseröhrenkrebs könnte - fast - Vergangenheit sein

Speiseröhrenkrebs könnte - fast – Vergangenheit sein!

90% Therapieerfolg: Aktuelle Studie empfiehlt ähnliche Vorsorge wie bei Darmpolypen

 

(Wien, Jänner 2015) Wie seit Jahren bekannt, lässt sich ein bösartiger Dickdarm-Tumor durch Entfernung harmloser Vorstufen (Polypen) bei Vorsorgeuntersuchungen (Koloskopien) fast immer verhindern.

Aufhorchen lässt jetzt eine aktuelle, in der Fachzeitschrift Gastrointestinal Endoscopy veröffentlichte Studie*) an 3.800 Patienten. Sie empfiehlt bei Schleimhautveränderungen in der Speiseröhre, die auf jahrelanges Sodbrennen zurückgehen (Barrett-Ösophagus), ein vergleichbares Vorgehen wie beim Darmpolypen. Der neue Ansatz: Die veränderten Areale der Speiseröhren-Schleimhaut sollen bereits dann vorsorglich abgetragen werden, wenn sich darin – wie beim Darmpolypen - noch keine Krebszellen befinden.

Therapierfolg bei 9 von 10 Patienten

Die US-Studienautoren empfehlen diese Vorsichtsmaßnahme auch bei jenen Patienten, die häufige Entzündungen der Speiseröhre, ausgedehnte Auffälligkeiten oder einen größeren Zwerchfellbruch haben.

Dass der rund 20-minütige Eingriff (Halo-Radiofrequenzablation) als Vorsorge effiziente Arbeit leistet, bewies das Ergebnis der Studie: 91% der behandelten Patienten hatten nach Abtragung der veränderten Schleimhautschichten keine gefährliche Krebsvorstufe mehr.

Krebsrisiko wie beim Dickdarm-Polypen

Auch heimische Reflux-Experten raten seit längerem zu erhöhter Vorsicht: „Das Krebsrisiko bei Zellveränderungen in der Speiseröhre entspricht dem eines Dickdarm-Polypen, den man ja auch entfernt, bevor er sich womöglich krankhaft verändert“, warnt Univ.-Prof. Dr. Martin Riegler, ärztlicher Leiter des Reflux Medical Diagnose- und Therapiezentrums in Wien: „Deshalb raten wir Patienten schon seit Jahren zur früheren und genaueren Abklärung des Krebsrisikos. Neben den in der Studie erwähnten Empfehlungen berücksichtigen wir auch, wie lange der Patient schon mit Sodbrennen kämpft und ob es Krebsfälle in der Familie gab.“ Ersten Aufschluss liefern ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine Magen- und Speiseröhrenspiegelung.

Experten empfehlen schrittweises Vorgehen

Reflux-Spezialist Riegler warnt allerdings vor voreiliger Therapie. Seriös beurteilen lasse sich, so der Arzt, das Krebsrisiko erst durch eine zusätzliche Druck-, Transport- und Reflux-Messung: „Diese wichtige, ambulante Untersuchung zeigt, ob ein geschwächtes Anti-Reflux-Ventil für Beschwerden wie Sodbrennen, saures Aufstoßen und Nahrungsmittel-Rückfluss verantwortlich ist. Trifft das zu, muss man sich als erstes um den Reflux des Patienten kümmern.“

Auch Univ.-Prof. Dr. Sebastian Schoppmann vom AKH/MeduniWien empfiehlt ein wohlüberlegtes step-by-step-Vorgehen: „Liegt zu viel Reflux vor, ist es ratsam, zuerst die Funktion des Schließmuskels operativ wiederherzustellen“. Erst danach mache es Sinn, so Prof. Schoppmann, die betroffenen Schleimhaut-Schichten mittels Halo-Frequenzablation abzutragen. Der Experte: „Sonst können bald wieder Zellveränderungen durch starken Reflux entstehen.“

Regelmäßig zur Nachkontrolle

Wie Darmpolypen können auch Schleimhautveränderungen in der Speiseröhre irgendwann wieder auftreten, und zwar ohne, dass man Beschwerden wie Sodbrennen oder saures Aufstoßen hat! „Bei 13% der Patienten verändert sich die Schleimhaut irgendwann wieder. Das ist vergleichbar mit dem Risiko, dass  Dickdarm-Polypen wieder kommen“, erklärt Martin Riegler. Wie die Experten betonen, sollten sich Betroffene in die Hände erfahrener Spezialisten begeben, die über das erforderliche Know-how und das nötige technische Equipment verfügen.

*) Ganz RA, Mitlyng B, Leon S.: the case for ablating nondysplastic Barrett’s esophagus. Publ. in Gastrointestinal Endoscopy 2014;80/5: 866-72

 

Infos: www.refluxmedical.com   www.schoppmann.at

Fotos:              Portrait Prof. Martin Riegler (Credit: Reflux Medical)

                        Portrait Prof. Sebastian Schoppmann (Credit: privat)

Grafik:            HALO-Frequenzablation (Credit: Barrx University)

 

Rückfragehinweis / Aussender

ConsuMED - Marketing und Public Relations e.U.

Mag. Karin Hönig-Robier T: 01-4702526, M: 0664-2125394, k.hoenig@consumed.at

Mag. Heidemarie Benedek, M: 0699/17123001

 

 

Facts zum Speiseröhrenkrebs (Barrett Karzinom):

  1. Ursachen: Das Barrett – Karzinom ist in den westlichen Industrienationen stark im Vormarsch. Hauptursache ist die langjährige Reflux-bedingte Reizung der Speiseröhre, ausgelöst durch falsches Essverhalten (zu süß, zu fett, zu viel auf einmal), Alkohol- und Nikotin, Bewegungsarmut und Stress.
  2. Häufigkeit: Bei 30% aller Personen mit Reflux-Beschwerden (Sodbrennen, saures Aufstoßen, trockener Husten, Heiserkeit, etc.) entsteht Barrett Ösophagus, eine krankhafte Schleimhautveränderung. Diese birgt ein 30-400(!)-fach erhöhtes Krebsrisiko, was dem eines Dickdarm-Polypen entspricht.
  3. Konkrete Risiken: 1. Jeder 10. Patient mit Barrett-Schleimhaut bekommt binnen 20 Jahren ein Barrett Karzinom. 2. Patienten mit Barrett-Schleimhaut haben auch ein doppelt so hohes Risiko für Darmpolypen und Dickdarmkrebs.
  4. Überlebensrate: Das Barrett Karzinom neigt stark zur Metastasen-Bildung und hat eine schlechte Prognose: Die Fünf-Jahre-Überlebensrate liegt im fortgeschrittenen Stadium bei nur max. 20%, im Frühstadium bei 80-90%.
  5. Vorbeugung: Aufgrund der schlechten Prognose ist es ganz besonders wichtig, dem Speiseröhrenkrebs die Grundlage zu entziehen und Veränderungen in der Speiseröhren-Schleimhaut zeitgerecht entfernen zu lassen – auch wenn sich darin noch keine Krebszellen finden.

 

Buchtipp: M.Riegler, K. Hönig: Nie wieder Sodbrennen-Reflux verstehen und in den Griff bekommen (Verlag Maudrich, Okt. 2014)