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Neue Hoffnung für Adipositas-Patienten

Neue Hoffnung für Adipositas-Patienten

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Neue Hoffnung für Adipositas-Patienten
Immer mehr Studien sehen in der Magenfaltung eine verlässliche, risikoarme Alternative zum Magenbypass

(Wien, Prag, Jan. 2016) Krankhafte Fettleibigkeit betrifft in Österreich bereits mehr als eine halbe Million Menschen. Durch ihre zahlreichen Folgekrankheiten (z.B. Bluthochdruck, Diabetes, Gefäßerkrankungen, Herzinfarkt) verringert sie die Lebenserwartung um bis zu 10 Jahre. Bleiben strikte Diät und eine Bewegungsoffensive erfolglos (das ist leider bei 95% der Betroffenen der Fall), bleibt als Ausweg zur dauerhaften Gewichtsreduktion oft nur mehr eine Operation.

Eine in Österreich neue, aber bereits durch zahlreiche internationale Studien bestätigte Eingriffsmethode, vereint nun die Vorteile anderer Techniken, und ist in der Folge für Patienten mit weniger Einschränkungen und Risiko verbunden: Die laparoskopische Magenfaltung („gastric plication“) bietet jetzt die Möglichkeit, das Organ auf ca. ein Fünftel seiner ursprünglichen Größe zu verkleinern, allerdings ohne Gewebe wegzuschneiden, wie es bei der Schlauchmagenbildung (Gastric Sleeve) nötig ist. Mit anderen Worten: eine Magenverkleinerung unter Beibehaltung des Organs und ohne Fremdkörper, wie etwa einem Magenband. „Bei dieser Methode wird ein Teil des Magens mit einer speziellen Technik eingestülpt, bzw. gefaltet und kann daher nicht mehr so viel Inhalt aufnehmen, was zur steten Gewichtsabnahme führt“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Feil, Chirurgievorstand im Evangelischen Krankenhaus-Wien.
Die Magenfaltung ist auch wieder rückgängig zu machen, da das Organ erhalten bleibt.

Niedrige Komplikationsrate
Laut mehrerer Langzeitstudien*) gilt die Magenfaltung mit einer Komplikationsrate von durchschnittlich 1,6% als sehr sicher. Die erzielbare Gewichtsreduktion kommt annähernd an die anderer Operationstechniken heran. Das bestätigt auch Chirurg Prof. Dr. Martin Fried von der 1. Medizinischen Fakultät an der Karls-Universität in Prag, wo seit 2009 rund 2.000 Magenfaltungen vorgenommen wurden: „Binnen 12 Monaten verlieren Patienten damit rund 45%, binnen 24 Monaten durchschnittlich an die 58% ihres Übergewichts.“

„Der Eingriff lässt praktisch einen Schlauchmagen entstehen, allerdings ohne, dass man die mit einem gewissen Komplikationsrisiko belastete Reihe von Klammernähten anlegen muss“, erläutert Prim. Feil. Das reduziere, so der Chirurg, speziell das Risiko einer gefährlichen Lochbildung am Magen. „Unserer Erfahrung nach liegt diese Gefahr nur halb so groß wie etwa bei der Bildung eines Schlauchmagens oder beim Magenbypass“, bestätigt auch Prof. Martin Fried.

Neu: Kombi-Eingriff bei Adipositas-Patienten mit Sodbrennen
Dazu kommt: Nahezu jeder Vierte mit einem BMI über 40 leidet massiv unter Reflux-Beschwerden wie Sodbrennen und saures Aufstoßen. Bestimmte etablierte Übergewichtsoperationen (z.B. Schlauchmagen, Magenband) sind für diese Patienten nicht geeignet. „Reflux ist prinzipiell medikamentös zu behandeln. Für fettleibige Patienten mit fortgeschrittener Reflux Krankheit müssen aber immer individuelle Alternativen erwogen werden“, so Chirurg Martin Fried.
Diesen Patienten kann jetzt durch eine neue Operationsmethode, in der die klassische Reflux Operation und die Magenfaltung kombiniert werden, erfolgreich geholfen werden. Prof. Feil: „Bei dieser neuen Operationstechnik, die in Österreich nur im Evangelischen Krankenhaus in Wien angeboten wird, werden hat der Patient mit einem Eingriff beide Probleme saniert: Er ist das schmerzhafte Sodbrennen los und verliert durch die Magenfaltung nachhaltig an Übergewicht.

Das Leben danach….
In den ersten Tagen nach der Magenfaltung kann es zu vorübergehender Übelkeit kommen. Der Kostaufbau erfolgt schrittweise und wird durch eine Ernährungsberatung begleitet. Die Patienten können nach 2-3 Tagen das Krankenhaus wieder verlassen und nach rund 10 Tagen an ihren Arbeitsplatz zurückkehren. Im Gegensatz zum Magenbypass ist die regelmäßige Einnahme von Vitaminen und Mineralstoff-Präparaten nicht erforderlich. Nach einer Eingewöhnungsphase können die Patienten ohne Diätbeschränkung alles essen und trinken, aber eben deutlich weniger und reduzieren so dauerhaft das Körpergewicht.

"Vor einer geplanten Übergewichtsoperation ist jedenfalls eine ausführliche Beratung, in der alle Operationsmethoden erklärt werden müssen, unerlässlich. Bei der Magenfaltung ist im Vergleich zum Magenbypass die Gewichtsabnahme vielleicht weniger schnell, dafür ist das Komplikationsrisiko deutlich geringer und die Lebensqualität danach viel besser", fasst Prof. Feil zusammen.

*) z.B.:
„Laparoscopic gastric plication for treatment of severe obesity“ (Stacey A. Brethauer, Jason L. Harris, et.al./Bariatric and metabolic Institute, Cleveland Clinic/Ohio), publ. in Elsevier, 9,2010

„Twelve year experience of laparoscopic gastric plication in morbid obesity: development of the technique and patient outcomes (MohammadTelebour, Seyed Mohammad Kalantar Motamedi et. al., publ. in Ann Surg. Innov. Res. 2012

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