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Presse Information: "Jeep's desease" quält Tausende Männer

Presse Information: "Jeep's desease" quält Tausende Männer

Immer noch ein Tabu: „Jeep’s Desease“ quält Tausende Männer

Lappen-Plastik beugt dem Wiederauftreten der schmerzhaften Beschwerden gut vor

 

(Wien, April 2015) Es ist eines der letzten Tabus, über die MANN nicht gerne spricht. Umso heftiger ist der Leidensdruck, der durch eine so genannte Steißbeinfistel entsteht. Viele Patienten klagen über starke Schmerzen beim Sitzen oder Liegen, andere fühlen sich aufgrund des häufigen Eiterausflusses in ihrem Intimleben behindert.

Die Krankheit ist seit langem auch unter der Bezeichnung Jeep’s Desease bekannt, da sie im 2. Weltkrieg häufig amerikanische Soldaten quälte, die wochenlang in schlecht gefederten Fahrzeugen unterwegs waren.

Mit Steißbeinfistel (Fachausdruck: Sakral-Dermoid), bezeichnet man eine chronische Entzündung der oberen Gesäßfalte, die von der Hautoberfläche bis zum Knochen reichen kann. In den Gängen der Fistel entwickelt sich oft Eiter, das im besseren Fall nach außen abfließt. „Im schlimmeren Fall kommt es zum Verschluss der Fistel und damit zu einem Steißbeinabszess. Dieses verursacht meist beim Sitzen und Liegen starke Schmerzen und löst auch oft Fieberschübe aus“, erklärt Dr. Andreas Franczak, Facharzt für Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie am Evangelischen Krankenhaus-Wien.

Ursachen

Die Neigung zu Steißbeinfisteln kann angeboren sein oder auf einen nicht ausgeheilten Bluterguss zurückgehen. Häufigster Auslöser ist jedoch starke Behaarung in der oberen Gesäßspalte:  Haare wachsen an der gegenüberliegenden Seite ein oder wachsen - verursacht durch ständige Reibebewegungen - nach innen statt nach außen. Dies lässt kleine Gänge zwischen Hautoberfläche und Knochen entstehen, die sich durch das Eindringen von Keimen entzünden. Begünstigt wird das Geschehen durch starke Schweißausscheidung und manchmal auch durch Übergewicht. Männer sind doppelt bis dreifach so oft betroffen wie Frauen.

Medikamentöse Behandlung unwirksam

Die Behandlung einer schmerzhaften Steißbeinfistel gestaltet sich laut Experten äußerst schwierig: Antibiotika sind unwirksam und auch das Weglasern der Haare in der Gesäßspalte bringt meist keine dauerhafte Lösung. Daher ist eine regelmäßige Enthaarung leider auch keine verlässliche Vorbeugemaßnahme.

Liegt bereits ein Abszess vor, muss das Areal nach Abklingen der akuten Entzündung vollständig operativ ausgeräumt werden. Da die relativ große Wunde wegen der erneuten Infektionsgefahr danach nicht verschlossen werden sollte, bedarf es oft monatelanger, täglicher Wundbehandlung, bis sich wieder ausreichend viel neue Haut gebildet hat. „Modernes Wundmanagement kann in solchen Fällen mit der Anwendung der Vakuumtherapie diese sekundäre Wundheilung enorm beschleunigen. Hilfreich kann auch die Verwendung von speziellen Medizinprodukten, wie z.B. Alginaten oder Schaumstoffen, sein“, berichtet die zertifizierte Wundmanagerin, DGKS Andrea Ritzengruber, die eine eigene Wundpraxis in Wien betreibt.

Allerdings bleibt die Ursache, sich stets aneinander reibende Haare, und somit die Rückfallgefahr bestehen. Chirurg Franczak: „Betroffene gehen daher oft einen langen Leidensweg. Viele können monatelang nur ganz aufrecht sitzen und nur auf dem Bauch schlafen.“

Empfohlene Technik ist verlässlich

Bei großen Steißbeinfisteln, die immer wieder kommen, hat sich daher eine spezielle Technik, die Limberg Plastik, gut bewährt. Andreas Franczak: „Dabei wird zusätzlich ein kleiner Lappen aus Haut und Unterhaut seitlich des entzündeten Areals genommen und über dem entstandenen Defekt angebracht. Dadurch ebnet sich der oberste Teil der Falte und die Haare können nicht mehr aneinander reiben.“ Diese Operation ist etwas aufwändiger, ermöglicht jedoch eine deutlich kürzere Wundheilung und bringt ein sehr befriedigendes, anhaltendes Ergebnis: Laut einer erst jüngst publizierten 36-Monats-Studie des Universitätsklinikums Jena*) trat im Beobachtungszeitraum bei keinem nach dieser Technik behandelten Patienten wieder eine Steißbeinfistel auf. Lappentechniken werden daher auch von den deutschen Leitlinien empfohlen.

Was man wissen sollte:

Die Limberg Plastik hinterlässt wie alle Lappentechniken eine Narbe am Steißbein. Schmerzen können bis zu zwei oder drei Wochen danach auftreten, die Dauer der Beschwerden ist jedoch wesentlich kürzer als nach einem Eingriff mit offener Wundheilung. Da die Legung des Lappens erst nach Abklingen der Entzündung erfolgen sollte, ist dafür manchmal ein zweiter OP-Termin nötig.

Nähere Infos: www.dr-franczak.com

*) Ardelt M1, Dittmar Y, et. al.: Sequential intervention with primary excision and Limberg plastic surgery procedure for treatment of sacrococcygeal pilonidal sinus : Results of a pilot study, published in „Chirurg“/Jan. 2015

Fotos:

Portrait Dr. Andreas Franczak, Facharzt für Allgemein-, Viszeral und Gefäßchirurgie: EKH-Wien

Rücken: Fotolia

 

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