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PRESSE INFORMATION: Was tun, wenn ein Ohr fehlt?

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4. Juni 2018: High-Tech-Eingriff stellt Ohrmuschel einer 10-Jährigen wieder her

 

(Wien, Mai 2018) Manche Kinder kommen bereits mit deformierter Ohrmuschel („Mikrotie“) zur Welt. Das kann von funktional nicht beeinträchtigenden Anomalien bis hin zum völligen Fehlen der Ohrmuschel reichen. „Entwicklungsgeschichtlich ist das Fehlen der Ohrmuschel meist mit einer Gehörgangsatresie (Verschluss des Gehörganges) sowie mit einer Fehlbildung des Mittelohres assoziiert. Das schränkt dann die Hörfähigkeit beträchtlich ein“, erläutert der anerkannte HNO-Spezialist, Prof. J. Sasan Hamzavi, der kürzlich von der MedUni-Wien ins Kopf-Hals-Institut am Evangelischen Krankenhaus wechselte. Somit leiden Patienten an zweierlei Problemen: an der funktionellen Behinderung sowie ästhetisch am äußeren Makel der fehlenden oder verkümmerten Ohrmuschel. Speziell, aber nicht ausschließlich, Schulkinder leiden darunter, was nicht selten auch zur psychischen Belastung wird.

Nur 10% der Ohrmuschel vorhanden

Einer besonders schwer betroffenen 10-Jährigen werden Prof. Hamzavi und sein Team am 4. Juni wieder viel an Lebensqualität zurückbringen. Die junge Tirolerin leidet unter einer angeborenen, extrem starken Deformität einer Ohrmuschel, die praktisch zu 90% fehlt. Auch der Gehörgang und das Mittelohr sind fehlgebildet. Abgesehen von der starken optischen Beeinträchtigung belastet die Schülerin auch eine Schalleitungsstörung. Diese vermittelt ihr ständig das Gefühl, als laufe sie mit einem Gehörschutz herum. 

Im Rahmen der 6-stündigen High-Tech-Operation, die am Evangelischen Krankenhaus-Wien stattfindet, werden der 10-Jährigen mithilfe von Knorpelmasse aus den Rippen 6-9 die Fehlbildungen Schritt für Schritt korrigiert und das Außenohr wiederhergestellt.

„Rekonstruierte Ohrmuscheln aus körpereigenem Knorpelmaterial haben den Vorteil, dass sie noch etwas mit dem Körper mitwachsen. Außerdem können wir damit auch sehr komplexe Fehlbildungen des Gehörgangs in mehreren Schritten korrigieren“, erläutert Prof. Hamzavi.

Methoden der Ohrmuschelrekonstruktion

Die Ohrmuschelrekonstruktion gilt als einer der schwierigsten chirurgischen Eingriffe. Derzeit werden an spezialisierten Zentren zwei High-Tech-Methoden praktiziert: Die Ohrmuschelrekonstruktion mittels Rippenknorpel sowie die Medpor-Technik.  

Im Rahmen Letzterer wird ein synthetisch hergestelltes Gerüst im Rahmen einer einzigen Operation zur Rekonstruktion der Ohrmuschel eingesetzt und in einen so genannten Faszienlappen eingehüllt. 

Die Wiederherstellung mithilfe von Knorpelmasse aus den Rippen ist ein bereits standardisiertes und mehrfach weiterentwickeltes High-Tech-Verfahren, das auch die Rekonstruktion bei sehr komplizierten Deformitäten ermöglicht. Da hier körpereigene Materialien verwendet werden, treten auch weniger Komplikationen auf. 

 

Das OP-Team:

Prof. Dr. J. Sasan Hamzavi, jahrelanger Leiter der Audiologie an der HNO Klinik des Wiener AKHs, bildete sich in Los Angeles beim Pionier der Ohrmuschelrekonstruktion, Dr. John Reinisch, weiter. Die Technik, Ohren und Nasenscheidewände mittels Rippenknorpel zu rekonstruieren, studierte er bei Priv. Doz. Henning Frenzel. Heute gilt Dr. Hamzavi als einer der wenigen, hochspezialisierten Chirurgen, welche beide Methoden der Rekonstruktion (körpereigenes Material und Implantate) beherrschen. Er legt besonderes Augenmerk darauf, Patienten eine Therapie anzubieten, die ihnen funktional und gleichzeitig auch ästhetisch einen optimalen Behandlungserfolg bringt. Dr. Hamzavi führte in den letzten 20 Jahren über 4000 chirurgische Eingriffe im HNO-Bereich – von Standardeingriffen bis hin zu aufwändigen Rekonstruktionen bei onkologischen Patienten.

Dr. Boban Erovic MD, PD, MBA, nunmehr Vorstand des Instituts für Kopf- und Halserkrankungen des Evangelischen Krankenhauses Wien, schloss 2007 seine Assistenzzeit an der Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde an der Medizinischen Universität Wien ab. Während seiner mehrjährigen Tätigkeit als Oberarzt an der Universität Toronto, Abteilung für Hals-, Nasen-, Ohrenkrankheiten, Kopf- und Halschirurgie konnte Dr. Erovic sein chirurgisch-onkologisches Repertoire bedeutend vertiefen und erweitern. In diesen zwei Jahren war er ausschließlich für die Diagnose, Therapie und Rehabilitation von Patienten mit Kopf-Hals Tumoren verantwortlich. Seit über 10 Jahren liegt der Schwerpunkt seiner Tätigkeit in der chirurgischen Behandlung und Defekt-Wiederherstellung von Patienten mit bösartigen Tumoren der Kopf-Hals Region. Besonderes Anliegen ist ihm, die Lebensqualität seiner Patienten nach großen Eingriffen weitgehend zu erhalten.

 

Aussender/Rückfragen:

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Mag. Karin Hönig-Robier T: 01-4702526, M: 0664-2125394, k.hoenig@consumed.at