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PRESSE INFORMATION: Was tun, wenn Magensaft die Stimme raubt?

PRESSE INFORMATION: Was tun, wenn Magensaft die Stimme raubt?

Weil Studien immer häufiger auf Reflux als Ursache hinweisen, hat gründliche Diagnose einen hohen Stellenwert

 

(Wien, Okt. 2018) Und plötzlich bleibt die Stimme weg… Ein Albtraum nicht nur für Sänger und Schauspieler, sondern auch höchst unangenehm für Lehrer, Moderatoren oder Radiosprecher. Kommen Heiserkeit, Halskratzen und trockener oder bellender Husten trotz entsprechender Behandlung immer wieder, muss dies nicht unbedingt an einer überstandenen Kehlkopfentzündung oder am hohen Tabakkonsum liegen.

 

Schon kleinste Tröpfchen Magensafts genügen

Auch die Reflux-Krankheit ist häufiger für eine Kehlkopfirritation verantwortlich, als man annimmt: "Obwohl Studien der letzten Jahre immer häufiger auf den Zusammenhang zwischen aufsteigender Magensäure und einer Vielzahl von Kehlkopfveränderungen hinweisen, wird dieser Zusammenhang im Alltag immer noch zu wenig beachtet: Ein Zuviel an aufsteigender Magensäure ist nicht selten die eigentliche Ursache für akute und chronische Stimmprobleme, insbesondere wenn intensive Stimmbelastungen hinzukommen“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Berit Schneider-Stickler, Fachärztin für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde sowie Stimm- und Sprachheilkunde am AKH-Wien. Die Expertin, selbst Sängerin: "Reflux-bedingte Reizungen am Kehlkopf können durchaus ohne Sodbrennen und typische Speiseröhrenentzündungen auftreten. Für Speiseröhrenveränderungen durch Magensäure werden Funktionsstörungen des unteren Speiseröhren-Verschlussmechanismus verantwortlich gemacht, für Reflux-bedingte Kehlkopfveränderungen Störungen des oberen Speiseröhren-Verschlussmechanismus. Da reichen manchmal bereits kleinste Mengen aufsteigender Magensäure aus, um Trockenheit, Globusgefühl und oberflächliche Schleimhautreizungen im Kehlkopf auszulösen.“

 

Jeder zweite Reflux-Patient betroffen

Dass die „Erkältung aus dem Magen“ weit verbreitet ist, bestätigt auch  Reflux-Experte Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler vom Wiener Reflux Medical Zentrum: „Früher galt Sodbrennen als typisches Reflux-Symptom. Trockener Husten, Heiserkeit und Halskratzen waren eher atypische Beschwerden. Mittlerweile plagt dies jeden zweiten Reflux-Patienten, wobei manche gar kein zusätzliches Sodbrennen verspüren. Angesichts der zahlreichen Betroffenen ist hier noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.“

 

Der Weg zum sicheren Befund

Diagnostisch abgeklärt werden die Ursachen einer Kehlkopfentzündung als erstes üblicherweise beim HNO-Arzt. Bereits die Symptombeschreibung durch die Patienten gibt oft erste Hinweise. Heiserkeit, Stimmprobleme, häufiges Räuspern, Verschleimung und Hustenreiz sind Hinweise für magensäurebedingte Stimmprobleme, sie können auch im Reflux-Symptom-Index erfasst werden. Für die Abklärung ist eine endoskopische Kehlkopfspiegelung, starr oder flexibel, unverzichtbar, auch wenn manche Patienten dabei mit dem Würgereiz kämpfen. Mit Hilfe der Kehlkopfendoskopie können typische Befunde diagnostiziert werden. „Es gibt typisch Reflux-bedingte Veränderungen im Kehlkopf, z.B. Schleimhautveränderungen und Granulationsgewebe-Neubildungen im hinteren Stimmlippenbereich“, so Frau Prof. Schneider-Stickler. Inzwischen wird auch die Entstehung von  Stimmlippenknötchen bis hin zu Krebsvorstufen mit Magensäurerückfluss diskutiert. Prof. Schneider Stickler: “Durch die endoskopische Kehlkopfuntersuchung mit digitaler Befundspeicherung und deutlich vergrößerter Wiedergabemöglichkeit hat sich die Möglichkeit der Diagnostik magensäureassoziierter Kehlkopfveränderungen massiv verbessert. Die Untersuchung allein mit dem Kehlkopfspiegel reicht dafür nicht mehr aus.“

 

Diagnostische Klarheit schaffen eine längst unter angenehmer Kurzzeitnarkose durchführbare Gastroskopie sowie eine Druck-, Transport- und Refluxmessung. Doz. Martin Riegler: „Man weiß dann, ob das Anti-Reflux-Ventil am unteren Ausgang der Speiseröhre tatsächlich undicht geworden ist und wenn ja, in welchem Ausmaß der saure Rückfluss die Schleimhäute verletzt. Das liefert eine seriöse Basis für die Therapie.“

 

So wird man wieder gut bei Stimme

Ist Gastroösophagealer Reflux als Ursache von ständigem Hüsteln, Husten und Heiserkeit bestätigt, profitieren viele Patienten von einer mit dem Arzt abgestimmten Kurzzeit-Therapie mit hochdosierten magensäureblockenden Medikamenten. Sobald der Patient eine Linderung seiner „Erkältungsbeschwerden“ verspürt, ist eine vorübergehende Anti-Reflux Diät ratsam: Doz. Martin Riegler: „Ob Sodbrennen, Halskratzen oder Stimmverlust - temporär auf konzentrierten Zucker in der Nahrung zu verzichten, macht 80% unserer Patienten, die sich konsequent daran halten, auch ohne zusätzliche Medikamente beschwerdefrei. Vorübergehende Diät und langfristige Ernährungsumstellung setzen bei der Vermeidung der Ursache an und lindern nicht nur, wie im Fall einer Arzneimitteltherapie, die Symptome.“

 

Buchtipp: M. Riegler, K. Hönig-Robier: Nie wieder Sodbrennen-Reflux verstehen und in den Griff bekommen, Verlag Maudrich, 2. Auflage, 2016

 

Grafik: Zuviel aufsteigende Magensäure verursacht oft Husten, Heiserkeit und Halsentzündungen

 

Foto: Univ.-Prof. Dr. Berit Schneider-Stickler (privat)

Foto: Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler (Credit: Reflux Medical)

Fotocredit/Grafik: Reflux Medical GmbH

 

 

Infos: www.refluxmedical.com. www.med4com.at

 

Rückfragehinweis / Aussender:

ConsuMED – Marketing und Public Relations, Mag. Karin Hönig-Robier,
T: 01/4702526, M: 0664/2125394, k.hoenig@consumed.at