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Speiseröhrenkrebs: Überlebensrate nach wie vor gering

Speiseröhrenkrebs: Überlebensrate nach wie vor gering

PRESSE INFORMATION

Wie bei Darmpolypen kann dem Ausbruch der Krankheit aber rechtzeitig vorgebeugt werden

(Wien, 2. Februar 2017) Reflux mit Sodbrennen, saurem Aufstoßen, Heiserkeit, Husten und Halsschmerzen betrifft nahezu jeden Dritten. Hauptursache ist falsche Ernährung (zu viel, zu süß, zu fett), die das so genannte Antireflux-Ventil im Ausgang der Speiseröhre schwächt. Dadurch fließen Magensäure und Speisereste immer wieder in die Speiseröhre zurück und lösen dort eine Entzündung aus. Und diese ist alles andere als harmlos:

Bei 20%-30% jener mit den oben erwähnten Beschwerden bilden sich im Ausgang der Speiseröhre spezielle Schleimhautveränderungen ("Barrett-Ösophagus"), die als Vorstufe einer besonders aggressiven Form vom Speiseröhrenkrebs („Barrett-Karzinom“) gelten. Anlässlich des Weltkrebstages am 4. Februar soll auf die Möglichkeit hingewiesen werden, Speiseröhrenkrebs – wie Dickdarmkrebs - zeitgerecht zu verhindern.

Ohne Beschwerden ist Krebsrisiko höher!

Das Gefährliche daran: Wie eine am Wiener AKH durchgeführte Studie ergab, entstehen diese Krebsvorstufen mit oder ohne typische Reflux-Symptome. Personen mit so genanntem „stummem“ Reflux sind sogar einem besonders hohen Risiko ausgesetzt:  "In über 90% aller auf Reflux zurückgehenden Krebserkrankungen der Speiseröhre litten Patienten zwar in der Vergangenheit unter den typischen Symptomen, hatten aber zuletzt weder merkbares Sodbrennen, noch saures Aufstoßen. Der Tumor wird dann leider sehr oft erst im fortgeschrittenen Stadium entdeckt", berichtet  Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler, ärztlicher Leiter des Reflux Medical-Diagnose- und Therapiezentrums in Wien 9.

Schlechte Heilungschancen

Eine gründliche Vorsorgeuntersuchung der Speiseröhre ist daher ebenso wichtig wie die des Darms. "Das Krebsrisiko der veränderten Schleimhaut entspricht dem eines Dickdarm- Polypen: Eine von 10 Personen mit dieser Schleimhautveränderung kann in 20 Jahren einen Speiseröhren Krebs bekommen", warnt Doz. Martin Riegler. Erschwerend kommt noch hinzu: Die Barrett-Schleimhaut ist als Krebsvorstufe zehnmal gefährlicher als ein Dickdarmpolyp,  denn Speiseröhrentumore wachsen besonders rasch: Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt nicht einmal 20%! Treten schon starke Schluckstörungen auf, ist es meist zu spät, da der Tumor dann oft schon zu groß ist. Das bedeutet zumeist Chemotherapie, viel Leid und leider auch eine verkürzte Lebenserwartung.

In Österreich orten Experten noch erheblichen Handlungsbedarf: "Speiseröhrenkrebs darf man keine Chance geben! Refluxbeschwerden wie Sodbrennen und saures Aufstoßen jahrelang nur mit säureblockenden Präparaten ruhig zu stellen, ist lediglich Symptombekämpfung und beugt allein nicht vor", stellt der Speiseröhrenexperte Univ.-Prof. Dr. Sebastian Schoppmann von der MedUni-Wien/AKH-Wien klar..

Wann man zum Arzt sollte

Treten Sodbrennen oder saures Aufstoßen nur gelegentlich und kurzfristig auf, hilft es zumeist, wenn man auf sämtliche süße Speisen(auch süßes Obst!) sowie zuckerhaltige Getränke (Limos, Milchshakes, Alkohol, etc.) verzichtet und die Nahrungsaufnahme auf mehrere kleine Mahlzeiten pro Tag verteilt.

Quälen Reflux Beschwerden regelmäßig, also mehrmals pro Woche, sollte das Ausmaß der Erkrankung abgeklärt werden. Auch dann, wenn man trotz Behandlung immer wieder unter Heiserkeit, trockenem Husten oder Brennen im Rachenbereich (Halskratzen) leidet.

So kann man wirksam vorbeugen

In modernen, darauf spezialisierten Zentren wie etwa dem neuen Reflux Medical Center in Wien 9 wird im Rahmen einer Gastroskopie auch eine ausgedehnte Spiegelung der Speiseröhre mit Entnahme von Gewebeproben an allen „verdächtigen“ Stellen vorgenommen. So kann rechtzeitig die Krebsvorstufe Barrett Ösophagus und deren Stadium entdeckt werden. Eine neue Klassifikationsmethode aus den USA erleichtert die exakte Beurteilung, ob und inwieweit das Schleimhautgewebe verändert ist. Danach richtet sich die weiterführende Behandlung.

Krebs den Nährboden entziehen

Wird tatsächlich die Diagnose „Barrett Ösophagus“ gestellt, kann man einer späteren Krebserkrankung durch eine neue Methode, die HALO-Radiofrequenz-Ablation,  nachhaltig den Nährboden entziehen. „Im Rahmen eines 10-20 minütigen, endoskopischen Eingriffs in Narkose wird die veränderte Schleimhaut der Speiseröhre Schicht für Schicht durch Verödung abgetragen und damit das Krebsrisiko gebannt. Zumeist  sind die auffallenden Veränderungen nach 1-3 Behandlungen entfernt und bei 90% der Patienten auch nach 5 Jahren nicht mehr nachweisbar“, berichtet Prof. Schoppmann.

"Bösartige Darmtumore kann man durch rechtzeitiges Entfernen von Polypen verhindern. Ebenso verhält es sich bei der Speiseröhre: Die Radiofrequenz-Ablation bannt das Krebsrisiko“, bestätigt Martin Riegler. Die Vorsorgeuntersuchung der Speiseröhre sollte daher ebenso selbstverständlich sein wie jene der Brust oder des Dickdarms. Empfehlung: Bei familiärer Belastung spätestens ab dem 40. Lebensjahr.

 

Infokasten: Die Reflux-Krankheit auf einen Blick:

 

Symptome:    Sodbrennen, saures Aufstoßen, Schluckbeschwerden, Hüsteln, Heiserkeit, trockener Husten, Zungen- und Rachenbrennen

Ursachen:      Schwächung des Antireflux-Ventils im unteren Ausgang der Speiseröhre, bedingt durch falsche Ernährungsgewohnheiten (zu viel konzentrierter Zucker in fester und flüssiger Nahrung, zu viel Fett, zu große Portionen auf einmal), Bewegungsmangel, Übergewicht, negative Stressfaktoren, die sich auf die Psyche schlagen

Diagnose:      Ausführliches Arztgespräch, gründliche Magen- und Speiseröhrenspiegelung mit ausreichender Entnahme von Gewebeproben, Druck- und Transportmessung, 24-Stunden ph-Metrie-Messung.

Therapie:       Kostumstellung auf feste und flüssige Ernährung ohne konzentrierten Zucker und möglichst kohlehydratfrei; regelmäßige Nahrungsaufnahme durch mehrere, kleinere Mahlzeiten, mehr Bewegung im Alltag, säureblockende Präparate zum Einnehmen; bei rund 5% aller Betroffenen ist eine chirurgische Maßnahme (Linx-Ring oder Antireflux-OP) erforderlich

 

Infos: www.refluxmedical.com, www.schoppmann.at,

 

Foto Riegler und Grafik: Die Refluxerkrankung führt oft auch zu Husten, Heiserkeit und Halsentzündungen (Credit: Reflux Medical GmbH)

Foto Schoppmann: privat

 

Rückfragehinweis / Aussender:

ConsuMED – Marketing und Public Relations, Mag. Karin Hönig-Robier,

T: 01/4702526, M: 0664/2125394, k.hoenig@consumed.at