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Weißfingerkrankheit: Ursachen rasch abklären lassen!

Weißfingerkrankheit: Ursachen rasch abklären lassen!

PRESSE INFORMATION

Vorsicht: Häufige, starke Durchblutungsstörungen der Finger sind nicht immer harmlos

Beim Spazierengehen in der kühlen Jahreszeit sind eiskalte Hände häufige und zumeist harmlose Begleiter. Werden Finger oder Fingerkuppen (manchmal auch die Zehen) allerdings nicht nur kalt, sondern auch blutleer, taub und kribbelig und hält dieser Zustand länger an, deutet das aufs so genannte Raynaud-Syndrom hin. Auslöser kann jeder Kältereiz sein, also etwa auch der Griff in die Tiefkühltruhe oder Kontakt mit kaltem Wasser. Aufgrund der charakteristischen Weißfärbung von Fingern oder Fingersegmenten ist das nach seinem Entdecker, dem französischen Arzt Maurice Raynaud, benannte Phänomen auch als Weißfingerkrankheit oder Leichenfingerkrankheit bekannt.

Das Raynaud-Syndrom, das zu 90% Frauen und primär jene unter 40 Jahren betrifft, kann harmlos sein und auf Stress, zu niedrigen Blutdruck oder auf zu viel Nikotinkonsum zurückgehen. Auch manche Medikamente wie etwa die Pille, Betablocker oder krebshemmende Mittel sind als Auslöser für die Weißfingerkrankheit bekannt. Steigt mit den Jahren der Blutdruck und sinkt der Östrogenspiegel, werden die Beschwerden bei vielen seltener oder verschwinden gänzlich.

Alarmsignale

Umgekehrt ist es allerdings ein Alarmsignal: „Treten die typischen Raynaud-Symptome erst in späteren Jahren auf oder verstärkten sich bereits vorhandene Beschwerden in zunehmendem Maß, kann Sklerodermie, eine ernstzunehmende Autoimmunerkrankung, Arteriosklerose oder sogar Krebs dahinter stecken“, warnt der Internist und Autoimmun-Spezialist, Prim. Doz. Dr. Peter Peichl vom Evangelischen Krankenhaus-Wien: „Sklerodermie stellt sich letztlich nur bei unter 10% der Betroffenen heraus. In einem frühen Stadium erkannt, können wir noch viel tun, um die Erkrankung einzubremsen und Komplikationen vorzubeugen.“ Sklerodermie, eine Kollagenose, äußert sich in immer härter werdendem Bindegewebe und kann neben der Haut auch innere Organe wie Lunge, Leber oder Nieren befallen.

Genaue Untersuchungen sind ein MUSS

Das Phänomen der weißen Finger sollte daher nicht ignoriert werden, sondern Anlass für einen Arztbesuch sein. Neben einer Reihe einfacher Tests zur Überprüfung der blutversorgenden Handarterien zählt eine gründliche Inspektion der Hände zu den wichtigsten Diagnosemaßnahmen. Prim. Peichl: „Dabei muss insbesondere auf Wunden und auch auf verschiedene Gewebeschäden an Fingern, Fingerkuppen und rund um die Nägel geachtet werden.“

Zur endgültigen Abklärung sind zumeist weitere Untersuchungen wie eine Kapillarmikroskopie, Blutuntersuchungen und bildgebende Verfahren wie Duplex-Ultraschall und Magnetresonanz-Angiographie erforderlich. „Sie dienen unter anderem auch dem Ausschluss anderer, behandlungswürdiger Krankheiten, die ähnliche Symptome wie das Raynaud-Syndrom zeigen, also etwa die periphere arterielle Verschlusskrankheit (PAVK) oder Embolien“, erklärt Prim. Dr. Thomas Maca, Internist und Gefäßspezialist.

Behandlung und Vorbeugemaßnahmen

Liegt ein so genanntes primäres Raynaud-Syndrom ohne auslösende Grunderkrankung vor, sollten Betroffene Stress und Kältereize (dazu zählen auch eisgekühlte Getränke!) tunlichst meiden und auch auf das Rauchen verzichten. In der kühlen Jahreszeit empfiehlt es sich, winddichte, beschichtete Handschuhe auch bei einigen Grad Celsius über Null zu tragen und diese schon vor Verlassen der Wohnung überzustreifen.

Im Falle einer Kälteattacke dürfen die gefühllosen Hände keinesfalls mit heißem Wasser in Berührung kommen. Besser ist, die Hände zum Aufwärmen unter die Achsel zu klemmen, sie viel zu bewegen und zu massieren. „Reichen diese Maßnahmen nicht aus und sind Gewebeschädigungen vorhanden, steht eine Reihe von Medikamenten wie Kalziumantagonisten zur Einnahme oder eine Nitroglycerin-Salbe zum äußerlichen Auftragen zur Auswahl“, erklärt Prim. Peichl. Bei generell verengten Gefäßen kann eine Behandlung mit blutverdünnenden und fallweise, je nach Patient, auch mit blutdrucksenkenden Präparaten hilfreich sein. Manche Patienten profitieren auch von physikalisch-therapeutischen Maßnahmen wie Magnetfeldtherapie. Im Falle einer schweren Blockade von gefäßverengenden Nerven stehen medikamentöse und operative Behandlungsmöglichkeiten zu deren Auflösung zur Verfügung.

Infos:

Prim. Doz. Dr. Peter Peichl, Facharzt für Innere Medizin, Spezialist für Autoimmunerkrankungen; Tel: 0676/3006672, www.peichl-peter.at

Prim. Dr. Thomas Maca, Facharzt für Innere Medizin, Angiologe; Kassenpraxis: 01/5331439, www.dr-maca.at

 

Fotos: EKH-Wien/C.Richter, Petra Spiola

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