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Wenn der Bissen qualvoll stecken bleibt

Wenn der Bissen qualvoll stecken bleibt

PRESSE INFORMATION

Störungen der Speiseröhrenmuskulatur treten öfter auf als angenommen

(Wien, Jan. 2017) Schlucken zählt zu den häufigsten Körperbewegungen. Rund 1.000 Male pro Tag lösen wir diesen Vorgang aus und zwar ohne, dass wir ihm besondere Beachtung schenken. Hellhörig werden wir erst, wenn der Bissen im Hals stecken bleibt oder rasch in die Kehle zurück gelangt. Liegt eine so genannte Schluckstörung (Dysphagie) vor, wird auch das feinste Festtagsessen zur Qual.

Vielzahl möglicher Ursachen

Und diese kann unterschiedliche Ursachen haben: Neben der Schluckstörung im höheren Alter (Presbyphagie) können neurologische Erkrankungen, psychische Probleme, Verspannungen oder Erkrankungen im Hals- und Rachen-Bereich dafür verantwortlich sein. An wen soll man sich also wenden? Hilfreich ist zunächst die eigene Wahrnehmung, ob das typische Knödelgefühl schon im Hals auftritt oder sich hinter, bzw. unter dem Brustbein mit schmerzhaftem Druck bemerkbar macht. Bleibt das Essen gleich im Hals stecken, sollte zuerst ein HNO-Arzt zugezogen werden. Dieser stellt mittels präziser Untersuchungen fest, ob Entzündungen, Gewächse oder andere gute und bösartige Veränderungen vorliegen.

Brustkrampf lässt an Herzinfarkt denken

Liegen, wie bei der Mehrzahl der bis 50-Jährigen der Fall, die Schluckprobleme hinter oder unter dem Brustbein, weist das zumeist auf eine motorische Störung der Speiseröhre, eine Fehlfunktion des Speiseröhren-Schließmuskels (Anti-Reflux-Ventil) oder auf ein Passagehindernis in der Speiseröhre hin. In all diesen Fällen spricht man von ösophagealer Dysphagie. „Charakteristisch ist: Patienten macht in dem Fall nicht nur die Schluckstörung selbst zu schaffen, sondern zumeist auch ein äußerst schmerzhaftes Brennen sowie krampfhaftes Druckgefühl unter dem Brustbein“, berichtet Univ.-Doz. Dr. Martin Riegler, ärztlicher Leiter des Reflux-Medical Zentrums in Wien.

Dieses Problem kennt auch die Wiener Kardiologin Prof. Dr. Senta Graf aus ihrer Praxis: „Der Druck in der Brust wird von manchen Patienten so stark empfunden, dass sie einen drohenden Herzinfarkt befürchten.“

Genaue Untersuchungen sind angezeigt

Können Herzprobleme ausgeschlossen werden, wird zur genauen Abklärung zunächst eine Gastroskopie gemacht. Diese Untersuchung wird in vielen Zentren bereits unter Kurzzeitnarkose angeboten und wird ist somit schmerzfrei für Patienten. „Dabei erkennt man allfällige Schleimhautverätzungen, die Krämpfe des oberen Speiseröhrenschließmuskels und Schluckstörungen auslösen können. Auch andere mögliche Ursachen wie Tumore, Divertikel und Verengungen der Speiseröhre werden dabei festgestellt“, erläutert Speiseröhrenspezialist Univ.-Prof. Dr. Sebastian Schoppmann vom AKH-Wien.

Weitere wichtige Untersuchungen zur Abklärung, ob die Speiseröhre richtig funktioniert, stellen der Kontrastmittelschluck sowie die Druck-, Transport- und Refluxmessung dar. Denn für den Durchlass am Ein- und Ausgang der Speiseröhre sorgen die beim Schlucken unwillkürlich erschlaffenden Schließmuskeln. Arbeiten die verschiedenen Muskeln des „Schlauches“ nicht richtig, spricht man von einer Motilitätsstörung des oberen Verdauungstraktes. Hierfür sind verschiedene Krankheiten verantwortlich, darunter Achalasie und andere Tonus Störungen der Speiseröhrenmuskeln. Wesentlich häufiger ist aber die Volkskrankheit Sodbrennen, die zu einer Erschlaffung des Anti-Reflux-Ventils führt, die Ursache.

Was hilft?

Reflux-Experte Doz. Riegler: „Ist das Anti-Reflux-Ventil erschlafft, hilft den meisten Patienten die vorübergehende Umstellung auf spezielle, zuckerfreie Ernährung, kombiniert mit besserer Stressbewältigung und mehr Bewegung. Säurehemmende Präparate können bei Bedarf zusätzlich helfen, sollten aber in Rücksprache mit dem Arzt und eher zurückhaltend eingesetzt werden.“ In wenigen Fällen, etwa bei stark gestörter Transportfunktion oder bei zu großem Zwerchfellbruch, sind minimal-chirurgische Eingriffe zur Korrektur und Wiederherstellung der Speiseröhrenfunktion nötig, um die Schluckstörung zu beheben.

Was kann der Patient selbst tun?

Zur Entlastung seiner Speiseröhre kann und soll der Patient auch selbst aktiv mitarbeiten. Nachstehend einige Empfehlungen:

  • Nehmen Sie häufige, kleine, eiweißreiche und fettarme Mahlzeiten ein
  • Essen Sie im Sitzen, kauen Sie gut und legen Sie sich zwei Stunden nach den Mahlzeiten nicht hin.
  • Reduzieren Sie, wenn vorhanden, Übergewicht.
  • Bauen Sie wesentlich mehr Bewegung in Ihren Alltag ein.
  • Wenn irgendwie möglich: Rauchen einstellen
  • Vermeiden Sie gesüßte Speisen und Getränke, also auch Alkohol
  • Meiden Sie, wenn möglich, die Einnahme schmerzstillender Mittel
  • Beim Bücken besser in die Hocke gehen anstatt den Oberkörper hinunter zu beugen
  • Tragen Sie keine zu einengende Kleidung
  • Schlafen Sie nachts mit erhöhtem Oberkörper durch Anhebung des Kopfendes um ca. 10-12 cm

Buchtipp: M.Riegler, A.Grossmann:  Richtig essen bei Reflux und Sodbrennen, 50 genussvolle Rezepte für mehr Lebensqualität, Kneipp-Verlag 2016

 

Weitere Infos: www.refluxmedical.com

 

Portrait Doz. Riegler: Reflux Medical, Portrait Prof. Schoppmann: privat, Buchcover: Kneipp-Verlag

 

Rückfragehinweis / Aussender:

ConsuMED – Marketing und Public Relations, Mag. Karin Hönig-Robier,
T: 01/4702526, M: 0664/2125394, k.hoenig@consumed.at